Sprache baut auf der körperlichen Entwicklung auf und ist selbst Voraussetzung für gute Denkprozesse. Ebenso steht sie in Wechselwirkung mit emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Aufgrund dieser Überzeugung arbeite ich mit den Kindern mehrheitlich nach der ganzheitlichen Methode der Neurofunktionellen Reorganisation® nach Padovan.
In der Therapie sind wir in Bewegung mit dem ganzen Körper und all seinen Körpersystemen. Wir sprechen insbesondere das Nervensystem an, mit dem Durchführen von neuro-evolutiven Bewegungen, also Bewegungsabläufen aus der schrittweisen Entwicklung des Kindes.
Diese beziehen sich auf den ganzen Körper, die Hände, die Augen und den Mund. Alle Funktionen werden rhythmisch, wiederholt und von Versen und Liedern begleitet, korrekt aufgebaut. Es entstehen koordinierte, automatisierte Bewegungsabläufe. Es wird nichts verlangt, was das Kind noch nicht kann, sondern neue Bewegungsmuster werden geführt angebahnt und mit Freude geübt. Die Kinder sind bei dieser Methode in der Regel sehr motiviert und machen gute Fortschritte. Neu aufgebaute Bewegungsmuster werden nicht wieder vergessen, da über unbewusste Kanäle geübt wird. Das Nervensystem wird reguliert. Die Methode wirkt deblockierend und setzt Entwicklung in den verschiedensten Bereichen in Gang.
(Beatriz A. E. Padovan)
Die Padovan-Methode® oder Neurofunktionelle Reorganisation® wurde von der brasilianischen Logopädin Beatriz A. E. Padovan entwickelt, ursprünglich als Therapiemöglichkeit für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störungen. Die theoretischen Grundlagen finden sich in der anthroposophischen Arbeit von Rudolf Steiner sowie in der neurowissenschaftlichen Forschung. Unterdessen wird die Methode auf allen Kontinenten gelehrt, für die unterschiedlichsten Störungsbilder und auch in weiteren Therapiedisziplinen. Da die Methode auf der natürlichen sensomotorischen Entwicklung des Menschen und der lebenslangen Neuroplastizität basiert, wird sie auch mit Neugeborenen, mit von Demenz betroffen Erwachsenen, in der Rehabilitation und im Alter eingesetzt. Im Bereich der Logopädie mit Kindern wird die Methode bei tiefgreifenden Entwicklungsstörungen wie ASS, ADHS oder bei komplexen Spracherwerbsstörungen, Aussprachestörungen, funktionellen Dysbalancen im Gesichts- und Mundbereich, sowie bei Lese- und Rechtschreib-Störungen eingesetzt.